Zinsen in den Nachrichten


Top-Geldanlage? Beim Finanzamt gibt es satte Zinsen
Der Fiskus hat keine Absicht, den seit mehr als 50 Jahren geltenden Zinssatz anzupassen. Immerhin profitieren die Finanzkassen ordentlich von den .

Sparzinsen gehen weiter in den Keller
Entsprechend sei der durchschnittliche Zinssatz beim Tagesgeld zum Stichtag 1. Januar 2016 auf 0,39 Prozent gesunken, was einem Minus von 4,88 .

Tagesgeld 2016 Wie werden sich die Tagesgeldzinsen entwickeln?
Nicht immer sind diese Tagesgeld auch die bessere Wahl, da nach einigen Monaten mit einem vergleichsweise hohem Zinssatz der Absturz der .


Zins

zinsenZins ist das Entgelt für ein über einen bestimmten Zeitraum zur Nutzung überlassenes Sach- oder Finanzgut, das der Empfangende (Schuldner) dem Überlasser zahlt. Rechtliche Grundlage dazu sind Verträge (z. B. Darlehensvertrag, Mietvertrag). Die Höhe des Zinses bestimmt sich in einer Marktwirtschaft nach Angebot und Nachfrage.

Das Wort Zins steht einmal für den Zinssatz, angegeben in Prozent pro Intervall, z. B. pro Jahr (häufig lateinisch p. a. oder per annum). Davon zu unterscheiden ist der Zinsbetrag, also der konkrete Geldbetrag der sich bei Kreditzinsen aus der Höhe des Kapitals und dem vereinbarten Zinssatz ergibt.

Zinseszins ist die Mitverzinsung desjenigen Zinses, der auf die Schuld aufgeschlagen wird. Als Zinsstruktur bezeichnet man die Abhängigkeit des Zinssatzes von der Dauer einer Geldanlage.

Nominalzins ist der für einen Kredit vereinbarte oder bezahlte Zinssatz, Realzins der Zinssatz nach Abzug der Inflationsrate. Der Realzins kann negativ sein, wenn die Inflationsrate höher ist als der Nominalzins. Siehe auch Hauptartikel Reale Größe.

Kritik am Zins

kritikBei der Kritik ist zu unterscheiden zwischen ethischen und ökonomischen Aspekten.

Ethisch-Moralische Zinskritik

Im Altertum, als Geld eine relativ neue Sache war, wurde von den Intellektuellen der Zeit der Zins kontrovers diskutiert. Altertümliche Texte erklären daher oftmals nicht, weshalb Zinsen „böse“ sind - Zu dieser Zeit war das Konzept „Zins = Böse“ eine Selbstverständlichkeit unter den damaligen Intellektuellen, wie auch dem gemeinen Volk.

Bis zur Industrialisierung waren die allermeisten Menschen hauptsächlich Selbstversorger und hatten nur in Ausnahmefällen genug Geld, um es gewinnbringend zu verleihen, also einen Zins zu erhalten. Durch die erhöhte Arbeitsteilung seit der Industrialisierung und der damit einhergehenden größeren Abhängigkeit und Verwendung von Geld, ist fast jedes Mitglied der industrialisierten Welt nun gleichzeitig Zinsnehmer und Zinsgeber, was der moralischen Zinskritik viel von ihrer Beliebtheit genommen hat.

Aristoteles

Aus Aristoteles' „Politik“ 1. Buch, 1258b:

„So ist der Wucher (gemeint ist Zins) hassenswert, weil er aus dem Geld selbst den Erwerb zieht und nicht aus dem, wofür das Geld da ist. Denn das Geld ist um des Tauschens willen erfunden worden, durch den Zins vermehrt es sich dagegen durch sich selbst.“

Jüdisch-Christliches Verbot

Aspekte zum Zins in Religionen werden im Artikel Zinsverbot ausführlicher behandelt.

Im alten Testament wird Juden das Nehmen von Zinsen untereinander verboten, „Fremden“ gegenüber hingegen erlaubt. Christen wurde im Mittelalter durch Päpstliche Erlasse das Nehmen von Zinsen generell verboten.

Aus dem Lukasevangelium, 6:35:

„Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen, und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.“

Islamisches Verbot

In einigen Staaten wird die Shariah so ausgelegt, dass jegliches Nehmen von Geldzinsen Wucher entspricht, und damit verboten ist. Kapitaleinkommen werden damit aber nicht generell verboten, beim Investment Banking wird vor allem Risikokapital (Eigenkapital, bsp. Aktien, englisch Stock) vermittelt, das Rendite über Gewinnbeteiligung produziert, anstelle wie im Westen üblich, größtenteils über Fremdkapital (festverzinsliche Wertpapiere, Darlehen, englisch Bonds).

Nationalsozialismus

Im Nationalsozialismus wurde von Gottfried Feder die Brechung der Zinsknechtschaft gefordert. Darunter verstand Feder, dass das deutsche Volk sich in einem kontinuierlichen Abhängigkeits- und Ausbeutungszustands durch die „Zionistische Weltverschwörung“ befinde.

Freiwirtschaftliche Kritik

Zinskritische Überlegungen gibt es auch im ökonomischen Bereich. Nach freiwirtschaftlicher Auffassung ist nicht der Zins das Problem, sondern die Liquiditätsprämie, die ein marktgerechtes Absinken des Zinsniveaus auf Null verhindert. In der Situation, in der das Zinsniveau die Liquiditätsprämie unterschreiten würde, würde nicht mehr investiert werden, "Geldhortung" bzw. Liquiditätsfalle, was die Umlaufgeschwindigkeit reduziert und zu deflationären Zuständen führen würde. Dies erzwinge ständiges Wachstum und Inflation, fördere damit den Raubbau an der Natur, verschärfe die soziale Frage und sei mitunter die Hauptursache von Massenarbeitslosigkeit. Die Freiwirtschaftslehre empfiehlt, die Liquiditätsprämie durch eine Umlaufgesicherte Währung zu neutralisieren und dadurch ein Absinken des allgemeinen Zinsniveaus auf Null zu erlauben.